Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf
Einst war der Wolf sehr hungrig. Er traf mit dem Fuchs zusammen und sagte zu ihm: „Gevatter, ich bin sehr hungrig, ich werde dich fressen.“ „Gevatter, friß mich nicht!“ fing der Fuchs zu bitten an. „Siehst du nicht selbst, dass an mir außer Haut und Knochen nichts dran ist? Lass mich am Leben, ich bringe dich dorthin, wo du eine bessere Mahlzeit kriegst als mich.“ Der Wolf war damit zufrieden und ließ den Fuchs am Leben. Der Fuchs brachte den Wolf in einen Speicher, wo ein Bottich voll gesalzenem Schweinefleisch stand; und beide begannen zu fressen. Der Fuchs lief von Zeit zu Zeit durch das Loch hinaus, durch das sie in den Speicher gelangt waren. Der Wolf fragte: „Warum läufst du immer wieder hinaus?“ Der Fuchs sagte: „Ich gehe, um nachzuschauen, ob keiner kommt, damit wir weglaufen können, wenn jemand kommen sollte.“ Der Wolf aber fraß nur so das Fleisch. Er fraß sich so voll, dass er nicht mehr durch das Loch hinauskonnte. Am Morgen kamen Menschen zum Speicher und erschlugen den Wolf. Der Fuchs aber war schlau: Er lief deswegen hinaus, weil er wissen wollte, wie viel er noch fressen konnte. Und als der Wanst richtig voll war, lief er fort in den Wald. So rettete sich der Fuchs vor dem Wolf.
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