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Troika besucht Griechenland E-Mail
Wirtschaft, Politik, Gesellschaft - Politik, Wirtschaft
Geschrieben von chrissi B.   
Tuesday, 17 January 2012

Troika besucht Griechenland


ruin-griechenlandEs ist mal wieder Zeit für einen Besuch der Troika (EU, IWF, EZB) in Griechenland. Vorab wurde, wie kann es anders sein, die mangelnde Haushaltsdisziplin der Griechen angemahnt. Papademos, der als ehemaliger Vizepräsident der EZB auf illegitime Weise unter Aushebelung jeglicher demokratischer Mittel bzw. mittels "Marktkonforme Demokratie" in das Amt des Ministerpräsidenten Griechenlands gehievt wurde, um die Sparpolitik der Troika, auch gegen den Willen des griechischen Volkes, durchzusetzen, meinte; Priorität hätte für ihn die Rettung des Landes, auf die Frage der Linksallianz Syriza im griechischen Parlament, wie die griechische Regierung zu den erneuten Forderungen der Troika stünde. Diese nämlich verlangt weitere Sparmaßnahmen im Sozialbereich und nun auch noch Lohnkürzungen in der privaten Wirtschaft, wie beispielsweise eine Senkung des Mindestlohnes von bisher 751,- € Bruttolohn und die Streichung von Zusatzleistungen (13., 14. Monatsgehalt). Genau diese Austeritätspolitik hat Griechenland in den letzten Monaten immer weiter in die Rezession manövriert, so dass inzwischen Berichte (oft nur fernab der Leit- und Systemmedien ala Springer oder Bertelsmann) über hungernde griechische Kinder, ein zusammenbrechendes Gesundheitssystem und die stark ansteigende Arbeitslosigkeit keine Seltenheit mehr darstellen.
Griechenland verschuldete sich zusehends im Zuge der allgemeinen weltweiten kapitalistischen Systemkrise noch mehr als andere Staaten, insbesondere weil es durch den europäischen Binnenmarkt und der Einführung des Euro der übermächtigen Konkurrenz europäischer Industriemächte - vor allem Deutschland, das sich durch Lohndumping durch die Agenda 2010 Wettbewerbsvorteile ergaunerte - nicht gewachsen war. Was danach folgte war ein Sozialabbau, der eine fundamentale Rückentwicklung der Gesellschaft einleitete, was nun fortgesetzt wird. Von Oktober 2010 bis Oktober 2011 stieg die Arbeitslosigkeit um 4,7 auf 18,2 %. In der vergangenen Woche hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit mehrerer Eurostaaten herabgestuft wie z.B. Zypern, der Slowakei und Portugal, aber auch die Topbewertungen von Frankreich und Österreich. S&P begründete dies mit der einseitigen Krisenpolitik der EU (Sparpolitik, die zu Kaufkraftverlusten und damit zu einer Vertiefung der Krise führt) und machte den deutschen Exportüberschuss verantwortlich für die Euro- und Staatsschuldenkrise. Auch der Euro-Rettungsfonds EFSF wurde nun auf AA+ nach unten korrigiert.
Ist die Sparpolitik der EU ein "Krieg der Banken gegen die Völker Europas" wie Oskar Lafontaine vorgestern auf einer Rede während der Veranstaltung „Gegen Banken Macht", in der Berliner Volksbühne formulierte oder gibt es da auch noch ganz andere Profiteure, welche sich unliebsamer Konkurrenten in Südeuropa entledigen wollen?

 

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Liefert  - Kahlschlag geht weiter   |20-01-2012 17:30:40
Einfach nur trostlos was in Europa so abgeht. Inzwischen sollen dort sogar schon Kinder hungern.
Anonym  - Schon wieder   |07-02-2012 12:21:30
Schon wieder ziehen Merkozy über die Griechen her und zwingen sie zu drastischen Sozialkürzungen und das entgültige Abwürgen der griechischen Wirtschaft- was da noch übrig ist. Hab gerade auf Facebook folgendes Gelesen . Auch meine Denke:

"Hinter ‘die Griechen‘ stecken Menschen, Einzelschicksale, individuelle Lebensumstände. Irgendwie wird das beim Reden über ein Land oftmals vergessen. Diesen Menschen, die ihre Kinder jetzt schon teilweise mit Essenmarken versorgen lassen müssen, diese Menschen, die nicht wissen was heute oder morgen durch Regierungsbeschlüsse mit ihnen gemacht wird, diese Menschen, die nicht besser oder schlechter oder korrupter oder hilfsbereiter als die Menschen hier oder anderswo sind, diese Menschen benötigen vernünftige, menschengerechte Entscheidungen und vor allem unsere Solidarität!
‘Die Griechen‘ sind keine Banken, keine Politlandschaften, keine Märkte, keine Industrie und keine Wirtschaft: Es sind Menschen."
Enduro  - Wie abartig ist das denn?   |01-05-2012 09:21:48
Griechenland und Portugal sind die wichtigsten Importeure deutscher Kriegsgerätschaften in Europa. Sie sichern die Arbeitsplätze in Deutschland. Sie müssen also weiterhin Kredite aufnehmen, um den deutschen Export zu sichern. Unterlassen sie das, fliegt uns der ganze Laden um die Ohren und die Lügen von Freiheit und Demokratie auf.

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