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Der Mond scheint hell ins Kämmerlein, Lugt in Mariechens Bett hinein Und spielt mit seinem Silberlicht Ums kleine, holde Angesicht, Bis dass Mariechen in der Nacht Vom süßen Schlummer ist erwacht. „Mir träumt, der Morgensonne Schein Fiel Iustig schon ins Kämmerlein; Nun seh' ich, dass du mich geweckt, Sprich Mond, was hast du mich geneckt?“ Der Mond, den also sie gefragt, Der hat kein einzig Wort gesagt Und hat nur heller noch herein Gelacht ins stille Kämmerlein. Da raschelt unterm Bette was, Mariechen denkt: Was ist wohl das? Horch, wieder! Ei, was raschelt so? Vielleicht ein Mäuslein in dem Stroh? Und immer lauter wird 's umher Dem Kinde banget immer mehr, Es zieht die Decke übers Ohr. Jetzt trappelt's unterm Bett hervor. Mariechen lugt heraus und traut Kaum ihren Augen, denn es schaut, Beleuchtet von des Mondes Schein, Viel Zwerge in dem Kämmerlein. Und wie sie lachen, wispern, singen, Sich kollern, tanzen, hüpfen, springen: Da schiebt Marie zurück den Pfühl Und schaut sich munter an das Spiel. Auf einmal tritt ein kleiner Mann Keck an Mariechens Bett heran, Verneigt zierlich sich und spricht: „Lieb Kindlein, fürchte dich doch nicht! Dein'thalben wir gekommen sind, Sollst du mit uns spielen, liebes Kind.“ Mariechen spricht: „Das kann nicht sein, Ich komm nicht aus dem Bettelein.“ ,,O, liebes Kind, wir tragen dich Aus deinem Bettlein sänftiglich.“ Er spricht's, und eilig klimmt ein Chor Von Zwergen an dem Bett empor. Und oben neun und unten neun, So tragen sie das Mägdelein, Und tragen's samt dem weichen Pfühl Sanft auf den Boden zu dem Spiel. Nun spielen sie, nun kosen sie, Nun tanzen, hüpfen, tosen sie. Doch endlich hat's Mariechen satt Und leget schläfrig, müd und matt Vom wunderbaren nächt'gen Spiel Ihr Köpflein auf den weichen Pfühl Und schließt die blauen Äugelein zu Und schläft bis früh in guter Ruh. Wie nun der junge Morgen graut, Erwacht die Mutter; wie sie schaut Am Boden liegen still ihr Kind. Da springt sie aus dem Bett geschwind, Denkt: Ach! Es fiel zum Bett heraus Und bricht in lautes Weinen aus. Darüber ist das Kind erwacht Und schaut die Mutter an und lacht: ,,O sag' mir, liebes Mütterlein, Wo mögen nur die Zwerge sein, Die heut mit mir die ganze Nacht Gescherzt, geplaudert und gelacht?“ Die Mutter schnell den Schreck vergisst, Weils Töchterlein so munter ist, Und sagt: „Die Zwerge, liebes Kind, Dir nur im Traum erschienen sind.“ Marie, das kleine Schelmgesicht Schweigt stille, doch sie glaubt es nicht.
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