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Trakl, Georg PDF E-Mail

Name

 Georg Trakl

Biographisches

  • TraklGeorg Trakl
Biographie - wird ergänzt. Gedichte von Georg Trakl.

Gedichte

 


Georg Trakl

Frauensegen

georg_trakl



Schreitest unter deinen Fraun,
Und du lächelst oft beklommen:
Sind so bange Tage kommen.
Weiß verblüht der Mohn am Zaun.

Wie dein Leib so schön geschwellt
Golden reift der Wein am Hügel.
Ferne glänzt des Weihers Spiegel,
Und die Sense klirrt im Feld.

In den Büschen rollt der Tau,
Rot die Blätter niederfließen.
Seine liebe Frau zu grüßen,
Naht ein Mohr dir braun und rauh.



Georg Trakl

Grodek

georg_trakl



Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düstrer hinrollt: umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden
Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunklen Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre, .
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger
Schmerz,
Die ungebornen Enkel.

 



Georg Trakl

Kindheit


Voll Früchten der Holunder; ruhig wohnte die Kindheit
In blauer Höhle. über vergangenen Pfad,
Wo nun bräunlich das wilde Gras saust,
Sinnt das stille Geäst; das Rauschen des Laubs

Ein gleiches, wenn das blaue Wasser im Felsen tönt.
Sanft ist der Amsel Klage. Ein Hirt
Folgt sprachlos der Sonne, die vom herbstlichen Hügel rollt.

Ein blauer Augenblick ist nur mehr Seele.
Am Waldsaum zeigt sich ein scheues Wild, und friedlich
Ruhn im Grund die alten Glocken und finsteren Weiler.

Frömmer kennst du den Sinn der dunklen Jahre,
Kühle und Herbst in einsamen Zimmern;
Und in heiliger Bläue läuten leuchtende Schritte fort.

Leise klirrt ein offenes Fenster; zu Tränen
Rührt der Anblick des verfallenen Friedhofs am Hügel,
Erinnerung an erzählte Legenden; doch manchmal erhellt
sich die Seele,
Wenn sie frohe Menschen denkt, dunkelgoldene Frühlings
tage.

 


Georg Trakl

Heiterer Frühling

1

Am Bach, der durch das gelbe Brachfeld fließt,
Zieht noch das dürre Rohr vom vorigen Jahr.
Durchs Graue gleiten Klänge wunderbar,
Vorüberweht ein Hauch von warmem Mist.

An Weiden baumeln Kätzchen sacht im Wind,
Sein traurig Lied singt träumend ein Soldat.
Ein Wiesenstreifen saust verweht und matt,
Ein Kind steht in Konturen weich und lind.

Die Birken dort, der schwarze Dornenstrauch,
Auch fliehn im Rauch Gestalten aufgelöst.
Hell Grünes blüht, und anderes verwest,
Und Kröten schliefen durch den jungen Lauch,

2

Dich lieb ich treu, du derbe Wäscherin,
Noch trägt die Flut des Himmels goldne Last.
Ein Fischlein blitzt vorüber und verblasst;
Ein wächsern Antlitz fließt durch Erlen hin.

In Gärten singen Glocken lang und leis,
Ein kleiner Vogel trällert wie verrückt.
Das sanfte Korn schwillt leise und verzückt,
Und Bienen sammeln noch mit ernstem Fleiß.
Komm, Liebe, nun zum müden Arbeitsmann!
In seine Hütte fällt ein lauer Strahl.
Der Wald strömt durch den Abend herb und fahl,
Und Knospen knistern heiter dann und wann.

3

Wie scheint doch alles Werdende so krank!
Ein Fieberhauch um einen Weiler kreist;
Doch aus Gezweigen winkt ein sanfter Geist
Und öffnet das Gemüte weit und bang.

Ein blühender Erguss verrinnt sehr sacht,
Und Ungebornes pflegt der eignen Ruh.
Die Liebenden blühn ihren Sternen zu,
Und süßer fließt ihr Odem durch die Nacht.

So schmerzlich gut und wahrhaft ist, was lebt;
Und leise rührt dich an ein alter Stein:
Wahrlich! Ich werde immer bei euch sein.
O Mund! der durch die Silberweide bebt.

 


Georg Trakl

Ein Winterabend

georg_trakl



Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
Lang die Abendglocke läutet,
Vielen ist der Tisch bereitet,
Und das Haus ist wohlbestellt.

Mancher auf der Wanderschaft
Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
Aus der Erde kühlem Saft.

Wanderer tritt still herein;
Schmerz versteinerte die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle
Auf dem Tische Brot und Wein.

 



Georg Trakl

Der Herbst des Einsamen

georg_trakl


Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallner Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden,
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.


 

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Verena  - Georg Trakl   |29-08-2010 14:13:52
Ich liebe diesen Dichter. So schön melancholisch. Wirklich, die tollsten deutschen Gedichte.
huck  - tragische gedichte   |25-01-2011 16:14:04
tragische gedichte

tragische und schöne Gedichte
Georg Trakl  - Georg Trakl   |28-01-2011 17:23:30
Georg Trakl

schwermütige, aber schöne Gedichte.
Eselsohr  - re: Georg Trakl   |10-03-2011 10:17:05
avatar
Georg Trakl schrieb:
Georg Trakl

schwermütige, aber schöne Gedichte.


Da kann ich mich nur anschließen.

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