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Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf


Der Fuchs als Gänsehirt Drucken E-Mail
Märchen aus Estland


Der Fuchs als Gänsehirt

   
 

Es lebte einmal ein altes Mütterchen, und es hatte vier Gänschen. Es hatte aber keinen Hirten und ging deshalb einen suchen. Es ging und ging, bis es mit einem Häschen zusammentraf.
Der Hase sagte: „Guten Tag, Großmütterchen!“
„Guten Tag, Söhnchen!“
„Wohin gehst du?“
„Ich gehe einen Hirten suchen.“
„Nimm doch mich!“
„Wie singst du denn?“
„Huhuu, Huhuu!“
„Aber, Häschen, du scheuchst mir ja alle Gänschen weg!“
Die Alte ging weiter auf der Suche nach einem Hirten. Ging und ging, bis ihr ein Wolf entgegenkam.
Der Wolf sagte ebenfalls: „Guten Tag, Großmütterchen!“
„Guten Tag, Söhnchen!“
„Wohin gehst du?“
„Ich gehe, einen Hirten suchen.“
„Nimm mich!“
„Wie singst du denn?“
„Auu - Auu - Auu!“
„Aber, aber, Söhnchen, aus dir wird kein Hirte - du scheuchst mir ja meine Herde davon!“
Die Alte ging wieder weiter, bis sie ein Bärchen traf.
Der Bär sagte auch: „Guten Tag, Altchen!“
„Guten Tag, Söhnchen!“
„Wohin gehst du, wohin eilst du, Altchen?“
„Ich gehe einen Hirten suchen.“
„Nimm doch mich zum Hirten!“
„Kannst du denn auch singen?“
„Kann ich!“ sagte der Bär.
„Na singe denn!“
„Uuh, Huhuu!“ machte der Bär.
„Nein, liebes Söhnchen, aus dir wird nichts. Du scheuchst mir ja die ganze Herde in den Wald. “Die Alte ging wieder weiter. Ging und ging, bis ihr das Füchslein entgegenkam.
„Guten Tag, Großmütterchen!“
„Guten Tag, Söhnchen!“
„Wohin gehst du, wohin eilst du?“
„Ich brauche einen Hirten und geh ihn suchen.“
„Nimm doch mich zum Hirten! Ich verstehe es, ich habe schon Gänse gehütet.“
„Aber wie singst du denn?“
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“ sang der Fuchs.
Dem Altchen gefiel der Gesang des Fuchses sehr. Es begann, mit ihm das Geschäft zu machen. Die Alte versprach für ein Jahr Dienst ein Gänschen und ein Hühnchen. Der Fuchs war damit zufrieden, und er begann, die Herde zu schützen und dabei zu singen:
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Der Alten gefiel der Gesang des Fuchses sehr, und sie ging immer wieder hinaus, um zu schauen und seinem Gesang zuzuhören. Der Fuchs lief hin und her, den Berg hinauf und den Berg hinunter, sang sein Lied und fraß ein Gänschen auf. Es kam der Abend und das Füchslein trieb seine Herde nach Hause.
Die Alte fragte: „Füchslein, Söhnchen, wo ist das vierte Gänschen?“
„Oh, Altchen, dieses Gänschen blieb zurück, um zu baden und grünes Gras zu fressen.“
„Gut Söhnchen, gut“ sagte die Alte.
Am nächsten Tag ging das Füchslein wieder mit drei Gänschen und sang:
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Der Alten gefiel sein Liedchen, und sie ging immer wieder hinaus, um ihrem Hirten zuzuhören, und war sehr zufrieden. Der Fuchs lief den Berg hinauf und den Berg hinunter und sang sein Lied. Am zweiten Tag fraß er schon das zweite Gänschen auf. Es kam der Abend, und das Füchschen ging singend mit seinen zwei Gänschen nach Hause. Die Alte lief wieder entgegen: „Liebes Söhnchen, wo hast du denn das dritte Gänschen gelassen?“
„Oh, Großmütterchen, es blieb zurück, um zu baden und grünes Gras zu fressen.“ Und er begann wieder zu singen. Das Großmütterchen war zufrieden und sagte: „Gut, Söhnchen, gut!“
Nun sagte der Fuchs zur Großmutter: „Großmütterchen, ich wurde zur Taufe gerufen, kann ich gehen?“
„Geh nur, geh! Ich verbiete es dir doch nicht. Nimm mich auch mit!“
„Ich geh lieber allein!“
Der Fuchs ging auch hinaus und kletterte auf das Bauernhaus. Dort hatte die Alte eine Bütte mit Butter. Der Fuchs aß davon die Hälfte auf, kam nach einiger Zeit wieder herunter und ging ins Zimmer.
„Na, welchen Namen erhielt der Täufling?“
„Beginn.“
„Nein, was für ein drolliger Name! Ich habe einen solchen noch nie gehört.“
Am dritten Tag ging der Fuchs wieder seine zwei Gänschen hüten. Der Fuchs sprang umher und sang:
"Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!"
Das Großmütterchen freute sich wieder über seinen Hirten und brachte ihm die besten Stückchen zum Essen. Der Fuchs dankte und sang noch besser:
"Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Die Alte ging weg, und der Fuchs fing die dritte Gans und fraß sie auf. Es kam der Abend, und der Fuchs trieb wieder sein Herdlein nach Hause und sang:
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Die Alte hörte ihn sofort, lief hinaus, der Herde entgegen. Sie sah, dass nur noch ein Gänschen übrig war, und sagte zum Fuchs: „Liebes Hirtlein, wo hast du die anderen Gänschen gelassen?“
„Sorge dich nicht, Großmütterchen, die anderen blieben im Wald. Blieben zurück, um im Wasser zu baden und grünes Gras zu fressen.“
Die Großmutter glaubte wieder ihrem Hirten und rief ihn ins Zimmer zum Essen. Doch der Fuchs sagte: „Liebes Großmütterchen, ich komme nicht essen. Ich wurde heute wieder zur Taufe gerufen. Ich gehe dahin.“
„Geh, geh, Söhnchen, nimm mich auch mit!“
„Ich gehe lieber allein!“
Der Fuchs ging hinaus, kletterte auf das Bauernhaus und begann Butter zu essen. Aß, aß, bis alles zu Ende war. Na gut, der Fuchs kletterte hinunter und ging ins Haus.
Die Alte fragte: „Na, Söhnchen, welchen Namen erhielt der Täufling?“
„Ende.“
„Hoho, was für ein sonderbarer und dummer Name, einen solchen habe ich noch bei keinem gehört.“
Es kam der vierte Tag, und der Fuchs ging wieder mit seiner kleinen Herde in den Wald - nur eine einzige Gans war übriggeblieben.
Der Fuchs sang:
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Die Alte lief wieder auf den Berg, um das schöne Lied zu hören und dem Hirten das Essen zu bringen. Jetzt fraß der Fuchs schon die letzte Gans auf.
Es kam der Abend, und der Fuchs ging allein nach Hause – er hatte keine einzige Gans mehr - und sang:
„Kireli, kareli,
Schütze die Herde auf dem Berg,
Kireli, kareli,
Schütze die Herde unter dem Berg.
Kireli, kareli!“
Die Alte hörte das Lied und lief wieder hinaus, der Herde entgegen. Nun sah das Altchen kein einziges Gänschen mehr und fragte: „Hirtlein, Söhnchen, wo hast du die Gänschen gelassen?“
„Oh, Großmütterchen, sorge dich nicht, ich werde morgen alle nach Hause bringen. Sie blieben im Walde, um zu baden und grünes Gras zu fressen.“
Das Altchen war zufrieden und ging ins Zimmer. Der Fuchs ging ins Bett und begann laut zu stöhnen und sich von der einen Seite auf die andere zu wälzen. Die Alte erschrak sehr, ging zu ihm hin und fragte: „Was fehlt dir, Söhnchen, was tut dir weh?“
„Oh, der Bauch tut mir sehr weh. Ich werde wahrscheinlich sterben.“
„Ängstige dich nicht, Söhnchen, ich werde dich heilen.“
Und sie begann zu besprechen:
„Schmerz auf die Elster,
Schwarzem Vogel auf die Löcher,
Der Katze auf die Zunge,
Dem Hunde auf den Hintern,
Der Krähe auf den Schnabel!“
„Das hilft nichts, Großmütterchen. Heize lieber die Sauna an und quäste mich tüchtig."
Das Großmütterchen tat es, heizte dem Fuchs die Sauna und begann ihn zu quästen. Die Alte quästete und quästete, bis dem Fuchs ganz heiß wurde. Dann ging der Fuchs hinaus, um sich abzukühlen. Er ging vor das Fenster der Sauna und sagte: „Leck mich am Hintern, Altchen, ich habe deine Gänschen aufgefressen und auch deine Butter auf dem
Bauernhaus.“
Und er lief in den Wald.
Die Alte lief schnell aus der Sauna hinaus und begann den Fuchs zu beschimpfen und zu weinen. Es war aber nichts zu machen – das Altchen blieb ohne Gänse und auch ohne Butter. Und heizte dem Fuchs auch noch die Sauna!
Der Fuchs lief in den Wald, schlüpfte ins Gebüsch und lachte.

 

 
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