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Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf


Der Fuchs, der Wolf und der Hase Drucken E-Mail

Estnisches Volksmärchen (Tiermärchen bzw. Fabel)


Der Fuchs, der Wolf und der Hase

   
 

Zur kalten Winterszeit lief ein hungriger Fuchs im Walde umher auf der Suche nach Futter. Schließlich hatte der Fuchs den Wald kreuz und quer durchstreift, und es war ihm doch nichts begegnet, was er hätte ins Maul stecken können. Zufällig geriet der Fuchs an den Rand eines Weges. Da sah er von weitem einen Mann mit einem Wagen voller Fische kommen. Sofort hatte der Fuchs einen guten Einfall. Er legte sich am Rande des Weges hin und stellte sich tot.
Bald kam der Mann an die Stelle, wo der Fuchs ausgestreckt am Boden lag. Als der Mann den toten Fuchs am Wegrand sah, hielt er gleich an und kletterte von der Fischfuhre herunter, um den toten Fuchs aufzuheben und auf die Fuhre zu legen. Dabei sprach er zu sich selbst: Der Reineke muss hier am Wegrand verendet sein; ist ja noch ganz warm. Wenn ich mit dem nach Hause komme, wird sich die Alte aber freuen! Eine große Fuhre Fische und ein schönes Fuchsfell dazu. Aus dem Fell bekommt die Alte einen schönen Kragen für ihren Pelz. So vor sich hin redend, trieb der Mann das Pferd wieder an und setzte sich dann selbst vorn auf den Wagen, den Fuchs hinter sich im Rücken.

Jetzt hielt der Fuchs seine Zeit für gekommen und begann hinter dem Rücken des Mannes die Fische leise vom Wagen zu werfen. Als er alle Fische vom Wagen hinuntergeworfen hatte, sprang er auch selbst unbemerkt ab und begann die Fische aufzulesen. Der Mann aber fuhr fröhlichen Mutes immer weiter und merkte. nichts von dem Streich des Fuchses. Groß war sein Schreck freilich, als er zu Hause sah, dass die Fische verschwunden waren und auch der Fuchs nicht mehr da war.

Als nun der Fuchs im Wald dabei war, die Fische aufzufressen, kam zu ihm der Wolf und bat ihn:
„Gib mir auch von den Fischen!“
Der Fuchs antwortete: „Fang dir doch selber welche!“
Der Wolf: „Ich verstehe es aber nicht!“
Der Fuchs: „Ich werde es dich lehren!“
Der Wolf: „Ja, sei so gut, lehre es mich!“
Der Fuchs: „Komm, folge mir, gehen wir zum Fluss hinunter!“
Mit diesen Worten machte sich der Fuchs auf den Weg zum Fluss, der Wolf immer hinterdrein. Am Fluss lief der Fuchs zu einem Eisloch. Er befahl dem Wolf, den Schwanz ins Loch zu hängen und so lange zu warten, bis er merke, dass die Fische am Schwanz anzubeißen beginnen. Der Wolf hockte eine Weile über dem Eisloch, schließlich fragte
er den Fuchs: „Soll ich jetzt den Schwanz aus dem Wasser ziehen?“ Der Fuchs erwiderte: „Noch nicht! Erst wenn das Schwanzende schwer wird.“ Der Wolf gab sich damit zufrieden.
Nach einer Weile fragte er wieder: „Soll ich jetzt den Schwanz aus dem Wasser ziehen?“
„Nein, noch nicht, erst wenn du merkst, dass das Schwanzende schwer wird!“ antwortete wieder der Fuchs.
Der Wolf: „Oh, oh, mein Schwanz erfriert, ich kann nicht länger warten!“
Der Fuchs: „Dann zieh ihn heraus, jetzt sind die Fische dran!“
Der Wolf fing an zu ziehen, aber er bekam den Schwanz nicht heraus, denn der war im Wasser festgefroren.
„Zieh, zieh!“ rief der Fuchs, „du hast viele Fische am Schwanz!“
Der Wolf zog aus Leibeskräften, doch der Schwanz gab nicht nach.
Da sprach der Fuchs zum Wolf: „Warte noch ein Weilchen, ich gehe und hole Hilfe vom Dorf, sie werden dir helfen, deine Fischbeute herauszuziehen!“
Mit diesen Worten lief der Fuchs zum nahe gelegenen Dorf. Dort schlug er auf einem Hof so großen Lärm, dass die Bauern aus den Stuben herauskamen und den Fuchs erblickten. Der Fuchs begann zum Fluss hinunterzulaufen, die Bauern immer hinterher, mit Knüppeln und Prügeln in den Händen. Am Flussufer versteckte sich der Fuchs vor den Verfolgern in den Sträuchern. Da entdeckten die Verfolger den Wolf, der am Eisloch saß. Als sie den Grauen sahen, schrien sie: „Dort ist er ja, der Verbrecher! Ist ins Eisloch gefallen, das Aas!“

Der Wolf meinte, er brauche die Verfolger nicht zu fürchten, und blieb deshalb ruhig und erwartete sie. Groß war aber sein Schreck als plötzlich Knüppel- und Prügelschläge auf ihn niederprasselten. Da nahm der Wolf in großer Angst seine ganze Kraft zusammen und zog. Er spürte bald, dass er frei war, doch sein Schwanz blieb im Eisloch, und er konnte sich nur mit einem blutigen Schwanzstummel davonmachen.

Nachdem dies geschehen und der Wolf am Fluss verprügelt worden war, lief der Fuchs in den Hühnerstall des Dorfes und würgte dort mehrere Hühner. Sobald er seinen Wanst mit frischem Hühnerfleisch vollgeschlagen hatte, rannte er in die Milchkammer des Bauern und trank dort einen guten Schluck frischer Sahne. Weil ihm alles so gut gelungen war, lachte der Fuchs froh gelaunt und begann sich den Kopf mit saurer Sahne vollzuschmieren. Als er damit fertig war, machte sich der Fuchs auf den Weg zum Fluss, wo der kranke Wolf in einem Busche saß und vor Schmerzen stöhnte.

Sowie er sich dem Wolf näherte, begann der Fuchs zu hinken und zu stöhnen. Der Wolf sah, dass der Fuchs hinkte. „Was fehlt dir, Bruder?“ fragte der Wolf. „Oh, wie bin ich verprügelt worden, als du fort warst, und nicht ein einziges Fischlein habe ich gefangen; und meinen Schwanz bin ich zudem losgeworden, O weh!"
Als der Fuchs das hörte, machte er ein jammervolles Gesicht, seufzte einige Male und begann zu erzählen: „Ach, lieber Nachbar, mir ist es nicht besser ergangen. Meine Geschichte ist sogar noch schlimmer. Ich lief zu den Bauern, um Hilfe für dich zu holen, aber dort haben sie die Hunde auf mich gehetzt. Die Hunde haben mich erwischt und mir mein Fell arg zerzaust. Und danach sind die Menschen über mich hergefallen, sie haben mit Knüppeln auf meinen Kopf geschlagen. Mein Kopf barst fast auseinander, und sieh nur, wie er jetzt eitert!“ Dabei zeigte der Fuchs seinen mit saurer Sahne verschmierten Kopf. „Das Schlimmste war aber dies“, berichtete der Fuchs weiter; „ich sprang dann über den Zaun, stolperte, fiel und brach mir dabei das Bein. Mit großer Mühe bin ich bis hierher gehumpelt. Wer weiß, wie ich weiterkomme!“

Die Klagen des Fuchses erweichten das Herz des kranken Wolfes, und er sagte: „Deine Geschichte, Nachbar, ist viel schlimmer als meine. Dein Kopf ist voll Eiter, aber meiner ist heil; dein Bein ist gebrochen, aber meine Beine sind heil. Ich habe zwar einige Beulen am Kopf, und mein Schwanz ist ab, aber ich kann mich auf meinen Beinen noch fortbewegen,
was du nicht kannst. Klettere auf meinen Rücken, lieber Nachbar, ich bringe dich zurück in den Wald, dort werden wir vor unseren Feinden etwas sicherer sein!“

Der Fuchs ließ sich das nicht zweimal sagen und kletterte auf den Rücken des Wolfes.
Mit großer Mühe schleppte der kranke Wolf den Fuchs in den Wald. Dort kam ihnen der Hase entgegen. Der Hase fragte erstaunt: „Wo kommt ihr denn her?“
Da erzählte der Wolf dem Hasen die Geschichte, wo sie gewesen sind und was ihnen zugestoßen ist. Als der Hase das hörte, erfasste auch ihn Mitleid, und er sagte: „Nachbar Fuchs, ich will dich auch ein wenig tragen helfen, damit du schneller nach Hause kommst!“ Mit diesen Worten hob der Hase den Schwanz des Fuchses auf und trug ihn, und der Zug bewegte sich wieder.

Auf dem Rücken des Wolfes lachte der Fuchs vor sich hin und murmelte halblaut: „Der Kranke schleppt den Gesunden! Der Kranke schleppt den Gesunden!“
Der Wolf und der Hase, die den Fuchs murmeln hörten, fragten: „Was hast du gesagt?“
Der Fuchs: „Ich sagte: Mein Magen ist leer, und der Schmerz ist groß!“
„Macht nichts, mein Freund“, tröstete der Hase, „ich werde dir etwas zu essen besorgen! Sieh, dort kommt eine Frau mit einem Brotkorb am Arm. Ich will versuchen, ihr die Brote aus der Hand zu schlagen.“

Mit diesen Worten flitzte der Hase an den Wegrand, warf sich dort nieder und stellte sich tot. Die Frau kam, sah den Hasen, dachte, dieser sei tot, und wollte ihn in ihren Korb legen, doch der Hase entwischte der Frau. Darüber erschrak die Frau so, dass sie den Brotkorb fallen ließ. Der Wolf kam, packte den Brotkorb und lief mit ihm fort zu dem abseits wartenden Fuchs.
Als der Wolf den Brotkorb zum Fuchs gebracht hatte, machte der Fuchs: „Sst, sst!“
Der Wolf fragte: „Was fehlt dir?“
Der Fuchs flüsterte: „Der Jäger kommt mit der Flinte auf dem Rücken. Was soll jetzt werden?“

Als der Wolf und der Hase dies hörten, liefen sie vor Angst und Schrecken davon, der Fuchs aber schaute ihnen lachend nach. Sobald die beiden fort waren, fraß der Fuchs noch den Korb voll Weißbrote auf, den sie der Frau entwendet hatten, als Abschluss auf den vollen Magen; dann trottete er davon und legte sich in seinem Bau schlafen.

 

 
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