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Die goldene Katze Drucken E-Mail
Maerchen und Sagen - Märchen

Die goldene Katze

 

Ein Gutsherr hatte drei Töchter. Er ging in die Kirche und befahl den Töchtern, inzwischen das Essen zu bereiten. Die älteste Tochter lief in den Wald, um Kartoffeln zu holen. In einer Kartoffelfurche erblickte sie eine schöne goldene Katze. „Na warte, die könnte schön in unserem Zimmer spielen!“ sagte das Mädchen und begann der Katze nachzujagen. Die Katze aber lief zum Waldrand und verwandelte sich dort in einen jungen Herrn, der das Mädchen in sein Haus einlud, sie soll doch kommen und sehen, was für schöne Zimmer es dort gibt. Das Mädchen erwiderte: „Ich habe keine Zeit, ich muss nach Hause und Kartoffeln für das Mittagessen bringen.“ „Das dauert nicht lange, und unsere Zimmer sind sehr schön.“ Das Mädchen glaubte ihm und ging mit. Sie sahen sich alle Zimmer an. In ein Zimmer gingen sie aber nicht hinein; es hatte eine goldene Türklinke, einen goldenen Schlüssel und ein goldenes Schlüsselloch. „In dieses Zimmer darfst du niemals hineingehen, es ist das schönste Zimmer. Wenn du aber trotzdem hineingehst, musst du sterben. Ich gehe jetzt auf eine Reise, sieh zu, dass bis zu meiner Rückkehr das Essen fertig ist.“ Er ging weg und verschloss die Tür.

Das Mädchen bekam große Lust, sich auch das schönste Zimmer anzusehen. Mit dem goldenen Schlüssel schloss sie die Tür auf: Mitten im Zimmer stand ein Holzklotz, im Klotz steckte ein großes Beil, und in einer Ecke lag ein Stapel Menschenköpfe, in der anderen ein Stapel Körper, und in der dritten stand ein Kübel voll Blut. Der Schlüssel fiel dem Mädchen aus der Hand und wurde blutig. Sie versuchte wohl, ihn zu reinigen, aber er glänzte nicht mehr.Der Herr kam nach Hause. „Warum hast du meinen Befehl nicht befolgt!“ schrie er. „Warum bist du in das schönste Zimmer gegangen?“ Das Mädchen leugnete es. „Zeige mir den Schlüssel!“ Der Mann erhielt den Schlüssel und tobte weiter: „Komm vors Gericht!“ Er fasste das Mädchen, schleppte es in das Zimmer, legte es auf den Klotz und schlug ihm mit dem großen Beil den Kopf ab.

Die zweite Tochter ging in den Wald, um Kartoffeln zu holen. Wieder lief in der Kartoffelfurche die goldene Katze. „Es wäre sehr hübsch, wenn sie in unserem Zimmer spielen würde!“ sagte das Mädchen und wollte die Katze fangen. Die Katze lief weg, das Mädchen hinterher; plötzlich wurde aus der Katze ein junger Herr. Er lud das Mädchen in sein Haus ein, um ihm zu zeigen, was für schöne Zimmer er habe. „Ich habe keine Zeit; ich muss nach Hause und Kartoffeln für das Mittagessen bringen.“ „Das ist doch nicht weit; es braucht nicht viel Zeit, komm und schau sie dir an.“ Schließlich ging das Mädchen mit. Sie sahen sich die Zimmer an. Sie waren alle sehr schön. Endlich kamen sie zum Zimmer mit dem goldenen Schlüssel. Der Herr sagte: „Das ist das schönste Zimmer, doch da hinein darfst du niemals. Ich gehe jetzt aus dem Haus, sieh zu, dass bis zu meiner Rückkehr das Essen fertig ist.“

Das Mädchen wollte ebenfalls das schönste Zimmer sehen. Es öffnete die Tür, sah in einer Ecke den Stapel Menschenköpfe, in der anderen den Stapel Körper, in der dritten den Kübel mit Blut; mitten im Zimmer aber stand ein Holzklotz, im Klotz ein großes Beil. Dem Mädchen fiel der Schlüssel aus der Hand und wurde blutig. Wohl hat es ihn gereinigt, doch der Schlüssel wurde nicht mehr sauber. Der Herr kam nach Hause. „Warum hast du meinen Befehl nicht befolgt?“ tobte er. „Warum bist du in das schönste Zimmer gegangen?“ Das Mädchen leugnete es. „Zeige mir den Schlüssel!“ Das Mädchen gab ihm den Schlüssel, und der Herr schrie: „Komm vors Gericht!“ Er ergriff das Mädchen, schleppte es ins Zimmer, legte es auf den Klotz und schlug ihm den Kopf ab.

Die dritte Tochter ging hinaus, um aus dem Walde Kartoffeln zu holen, und es verlief alles genauso, bis der Herr sagte: „Ich gehe jetzt auf Reisen. Sieh zu, dass bis zu meiner Rückkehr das Essen fertig ist. Aber hüte dich, das schönste Zimmer zu betreten!“ Das Mädchen bereitete das Essen, stellte es auf den Tisch, dann öffnete es mit dem goldenen Schlüssel die Tür und steckte den Schlüssel in die Tasche. Im Zimmer sah es, dass seine beiden Schwestern getötet waren. Es ging hinaus, nahm den Schlüssel aus der Tasche und verschloss die Tür. Der Herr kam nach Hause, fand das Essen auf dem Tisch und hatte gute Laune. „Bist du auch nicht im schönsten Zimmer gewesen?“ fragte er. „Nein“, antwortete das Mädchen. „Zeige mir den Schlüssel!“ Der Schlüssel war sauber. Der Herr wurde noch besser gelaunt. Beim Essen fragte das Mädchen schlau: „Wie ist es am leichtesten, einen Menschen zu töten?“ „Was ist schon dabei! Den Kopf auf einen Holzklotz und mit einem großen Beil abgehauen.“ Das Mädchen fragte wieder schlau: „Ja, es ist wohl leicht, Menschen zu töten, aber sie wieder lebendig machen, das kann man nicht.“ „Sie lebendig zu machen, ist noch leichter: den Kopf an den Hals gelegt, drei Tropfen Lebensblut zwischen die Zeigefinger und aufgetan, und der Mensch ist wieder lebendig.“

Nach dem Essen sagte der Herr: „Ich lege mich jetzt schlafen, inzwischen fülle diesen Sack mit Geld, ich bringe ihn deinem Vater zum Lohn, weil du mich so gut bedient hast.“ Der Herr legte sich schlafen. Das Mädchen ging in das schönste Zimmer, erweckte dort ihre Schwestern wieder zum Leben und schickte sie weg. Daraufhin machte sie eine Strohpuppe, setzte sie neben den Ofen und gab ihr Stricknadeln in die Hand. Dann schlüpfte sie selbst statt des Geldes in den Sack. Der Herr stand auf, hob den Sack auf den Rücken und sagte zu der Strohpuppe: „Dass mir das Essen fertig ist, wenn ich zurückkomme.“ So brachte er den Sack mit dem Mädchen heim. Als er zurückkehrte, fand er die Strohpuppe immer noch vor dem Ofen sitzen. „Aha, du willst mir nicht gehorchen Komm vors Gericht!“ Er fasste das Strohbündel unter den Arm, schleppte es in das schönste Zimmer und schlug ihm ein Stück ab, dass das Stroh nur so umherflog.


 















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