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Die drei geraubten Königstöchter Drucken E-Mail
Maerchen und Sagen - Märchen

Die drei geraubten Königstöchter

Ein Fleischergeselle geht des Weges. Da liegt plötzlich ein toter Ochse am Wegrand. Und ein Löwe zerrt ihn zu sich auf seine Seite, ein Jagdhund wieder auf die seine, ein Adler ebenfalls auf seine Seite und auch eine Ameise auf ihre Seite.

Sie bitten den Fleischergesellen : „Lieber Mann, teile den Ochsen zwischen uns auf!“ Der Geselle sagt: „Ich bin ja Fleischer, ich verstehe das Aufteilen.“ Und er teilte auf: Den Körper bekam der Löwe, die Beine und den Kopf bekam der Jagdhund, die Innereien der Adler und den Abfall die Ameise. Dann setzte der Geselle seinen Weg fort. „Wie konnten wir nur so undankbar sein!“ Und sie rufen den Gesellen zurück.

Der Löwe gibt ihm ein Haar aus seinem Fell : „Wenn du dieses Haar anlegst, bist du neunundneunzigmal stärker als ich.“ Auch der Jagdhund gibt ihm ein Haar: „Wenn du dieses Haar anlegst, läufst du neunundneunzigmal schneller als ich.“ Der Adler gibt ihm eine Feder: „Wenn du dir diese Feder ansteckst, fliegst du neunundneunzigmal schneller als ich.“ Die Ameise sagt: „Was soll ich geben?“, und gibt ihr langes Bein. „Wenn du es anlegst, bist du neunundneunzigmal kleiner als ich, als ein Floh oder ein Staubkörnchen.“

Der Geselle kommt in eine Stadt und hört dort, dass die Königstochter eine Vergnügungsreise unternehmen will. Über das Meer kommt aber ein böses Ungeheuer, es hatte schon früher zwei Königstöchter geraubt. Der Geselle geht hin und sagt, dass er mit auf die Reise gehen möchte.

Sie kommen zum Meeresstrand, es kommt aber auch das böse Ungeheuer, nimmt die Königstochter aus dem Wagen und macht sich mit ihr davon. Der Fleischergeselle steckt die Adlerfeder an und fliegt hinterher. Sie kommen zu einem Berg. Die Tür zum Berg ist verschlossen, man kann nicht hinein. Der Fleischergeselle legt das Bein der Ameise an und wird so klein, dass ihm ein Loch von der Größe eines Nadelöhrs genügt, er gelangt hinein.

Das Ungeheuer hatte sich schlafen gelegt. Die Königstochter sitzt am Tisch und weint. Der Fleischergeselle nimmt das Ameisenbein ab und steht vor ihr. Er sagt: „Weine nicht, ich will dich retten!“ Die Königstochter fragt: „Wie kannst du mich denn retten?“ Der Geselle zeigt es ihr. Er legt das Fellhaar des Löwen an. An der Wand hängt ein ungeheuer großes Schwert. Er nimmt das Schwert von der Wand und schwingt es. Die Königstochter ängstigt sich, denn wer kann auch so ein großes Schwert bewegen. Er schlägt dem Bösewicht den Kopf ab.

Da springt ein Fuchs heraus. Der Fleischergeselle legt sofort das Haar des Jagdhundes an und läuft hinterher. Er ergreift den Fuchs. Der Fuchs beginnt sich zu wehren, und der Fleischergeselle zerreißt ihn.

Da fliegt ein Vogel heraus. Sofort steckt der Fleischergeselle die Feder an und fliegt nach. Er zerreißt den Vogel, da fällt ein Schlüsselbund heraus. Sowie er die Schlüssel bewegt, sieht er eine Kupferstadt vor sich, und dort findet er auch die ältere Königstochter.

Dann schüttelt er wieder die Schlüssel, und schon befindet er sich in der Silberstadt. Und hier findet er die mittlere Tochter. Nun gehen sie zu dritt zu der jüngsten Tochter. Dann verschafft sich der Geselle Kraft, steckt sich die Adlerfeder an, und sie fliegen los. Er bringt die Königstöchter über das Meer. Er gibt dem König zwei seiner Töchter zurück und erbittet sich die jüngste zur Frau. So wird er zum Schwiegersohn des Königs und zum Erben des Königreichs.

Fest steht, dass die Hochzeit schön war. Ich habe dort so getanzt, dass ich mir dabei mein Bein verletzt habe.


 















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Märschenfee  - Märchen   |25-09-2012 07:44:30
Schönes Märchen. Gefällt mir, ich kenne es in einer abgewandelten Form oder jedenfalls ähnlich. Schön!

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