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Die Tiere als Kriegsflüchtlinge Drucken E-Mail

Fabel aus der Kategorie Märchen und Volkssagen

Die Tiere als Kriegsflüchtlinge

   
 

Einst lebten mitten im großen Wald in einem kleinen Häuschen ein Hahn und ein Huhn. Das Huhn blieb zu Hause und verrichtete die Hausarbeiten, der Hahn aber ging in den Wald, suchte Würmer und anderes Essbare.

Eines Tages brachte er sehr fette Würmer heim und befahl dem Huhn, sie zu kochen, selbst aber ging er wieder auf die Suche. Das Huhn kochte auch die Würmer. Es kostete von der Brühe - sie war sehr gut. Es kostete vom Dicken - das war noch besser. Und es aß alles auf. Der Hahn kehrte nach Hause zurück und brachte wieder viele Würmer mit.
„Nun, gib mir etwas zu essen“, sagte der Hahn.
„Verzeih mir! Ich hatte von der Brühe gekostet. Die Brühe schmeckte gut, ich hatte vom Fleisch gekostet - das Fleisch schmeckte noch besser, und ich habe alles aufgegessen“, sagte das Huhn. „Na, wenn du es aufgegessen hast, hast du es eben aufgegessen. Aber jetzt koche diese ab. Ich gehe und suche noch, doch iss nicht auch diese noch auf!“

Der Hahn ging zum dritten Male in den Wald, um Würmer zu suchen. Das Huhn stellte die Würmer zum Kochen auf. Nun, es kostete wieder von der Brühe - die Brühe war gut. Es kostete vom Dicken - das Dicke war noch besser. Und es aß alles auf. Der Hahn kam wieder nach Hause und fragte nach dem Essen. Doch das Huhn log: „Der Topf begann sehr stark zu kochen, und es ist alles übergekocht.“ Nun wurde der Hahn böse und sagte: „Also pass jetzt gut auf, dass du nichts aufisst und auch nichts überkochen lässt, denn ich möchte auch essen!“ Das Huhn versprach, gut aufzupassen.

Der Hahn ging wieder in den Wald, um Würmer zu suchen. Das Huhn stellte wieder die Würmer zum Kochen auf. Als die Würmer gekocht waren, kostete das Huhn wieder von der Brühe - die Brühe war gut. Es kostete vom Dicken - das Dicke war noch besser. Und es aß wieder alles auf. Dann aber begann es zu klagen, dass es jetzt sicher vom Hahn etwas setzen würde. Was sollte es ihm wieder vorlügen? Lange überlegte das Huhn, aber es fand keine Ausrede. Schließlich kam ihm doch noch ein guter Gedanke - den ganzen Kram packe ich zusammen, und wenn der Hahn kommt, flüchte ich und rufe dem Hahn zu, dass der Krieg kommt. Das Huhn begann sofort die Sachen zusammenzupacken. Als alles
zusammengepackt war, sah das Huhn den Hahn aus dem Walde kommen. Es lief aus dem Hause mit den Sachen und begann zu schreien: „Der Krieg kommt, der Krieg kommt!“ Der Hahn fragte: „Wer hat ihn gehört, wer hat ihn gesehen?“ Das Huhn erwiderte: „Ich hörte ihn selbst, ich sah ihn selbst!“ Und auch der Hahn floh.

So flüchteten sie durch den großen Wald immer weiter. Zuerst begegnete ihnen der Fuchs. „Na, Nachbarn, wohin geht ihr?“ fragte der Fuchs. „Wir flüchten vor dem Krieg“, sagte der Hahn. Der Fuchs fragte wieder: „Wer hat ihn gehört, wer hat ihn gesehen?“ Das Huhn sagte: „Ich selbst habe ihn mit meinen Ohren gehört und mit meinen Augen gesehen.“ Der Fuchs machte sich mit ihnen auf die Flucht. So flüchteten sie zu dritt weiter.

Dann kam ihnen der Wolf entgegen. Der Wolf fragte: „Na, Nachbarn, wohin geht ihr?“ „Wir flüchten vor dem Krieg“, riefen alle drei. Der Wolf fragte wieder: „Wer hat ihn gehört, wer hat ihn gesehen?“ Der Fuchs sagte: „Das Huhn hat ihn mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört.“ Der Wolf flüchtete mit vor dem Krieg. Sie zogen schon zu viert weiter.

Es kam ihnen der Bär entgegen. Der Bär fragte: „Na, Nachbarn, wohin geht ihr?“ „Wir flüchten vor dem Krieg“, schrien alle zusammen. Der Bär fragte wieder: „Wer hat ihn gehört, wer hat ihn gesehen?“ „Das Huhn hat ihn gehört, das Huhn hat ihn gesehen“, sagte der Fuchs. Na, auch der Bär gesellte sich zu ihnen, um vor dem Krieg zu flüchten. So flohen sie eiligen Schrittes weiter. Schließlich wurden sie sehr hungrig. Woher etwas zu essen bekommen? Kein einziges Dorf war in der Nähe. Da fiel dem Fuchs etwas ein. Er sagte: „Seht, Kameraden, wie wir etwas zu essen bekommen. Ich kenne hier in der Nähe eine Grube. Wir setzen uns in diese Grube und fangen an zu brummeln. Wessen Gebrummel am kürzesten sein wird, den essen wir zuerst auf.“

Das Huhn und der Hahn waren wohl dagegen, doch die anderen sprachen dafür. So gingen sie in die Grube. Sie fingen an zu brummeln. Während der ersten Brummelei war das Gebrummel des Huhns das kürzeste. Und das Huhn wurde aufgegessen. Sie saßen wieder lange Zeit, ohne zu essen. Da überfiel sie von neuem der Hunger. Sie überlegten, was sie jetzt tun sollten. Sie kamen auf keinen anderen Gedanken und begannen wieder zu brummeln. Sie brummelten eine Weile, und schließlich ging dem Hahn das Gebrummel
aus. Der Fuchs aber brummelte am längsten. Der Hahn wurde aufgegessen. So endeten die ersten Kriegsflüchtlinge. Nun begannen sie zu dritt - der Bär, der Wolf und der Fuchs -
zu brummeln. Sie brummelten recht lange. Dem Fuchs begann das Gebrummel auszugehen. Und es ging auch aus, doch der Fuchs war so schlau, dass, sobald ihm das Gebrummel ausging, er sofort ein anderes begann. Als erstem ging dem Bären das Gebrummel aus. Doch wie sollte man daran gehen, den Größten aufzuessen? Er ist
doch am stärksten und lässt sich nicht fressen!

Da sagte der Fuchs leise dem Wolf ins Ohr: „Geh und feuchte meinen Schwanz an, dann stell dich hinter den Bären. Ich werde den Schwanz im Sande wälzen und gehe am Bären vorbei. Sowie ich in seine Nähe komme und ihm mit dem Schwanz gegen die Augen schlage, springst du ihm auf den Buckel und drehst ihm den Hals um.“ Sie machten es so und töteten den Bären. An dem Bären hatten sie recht lange zu fressen. Doch der Fuchs war schlau und zog die Gedärme des Bären unter sich. Der Wolf aber fraß sich den Bauch voll und dachte nicht daran, dass das Fleisch mal zu Ende geht. Schließlich war auch das Fleisch zu Ende. Sie saßen und saßen eine ganze Weile ohne Essen. Dann sagte der Wolf: „Ich will was essen!“ Doch der Fuchs erwiderte: „Wo soll ich hier etwas zum Essen
hernehmen?“ Er steckte die Pfote unter sich und zog von dort ein Stück Gedärm heraus.
Der Wolf fragte: „Lieber Freund, wo hast du das her?“ „Woher schon“, sprach der Fuchs, „ich habe mir ein Stück Darm herausgezogen.“ Der Wolf begann auch bei sich einen Darm zu suchen. Suchte, suchte und fing plötzlich fürchterlich zu schreien an. „Na, was fehlt dir denn?“ fragte der Fuchs. „Es tut doch sehr weh“, sagte der Wolf. „Ach was tut's, wenn es weh tut! Als ob es nicht auch mir weh tun würde.“ Der Fuchs steckte die Pfote unter den Sitz, zog ein Darmstück heraus und sagte: „Da siehst du, als würde es mir nicht weh tun!“ Der Wolf suchte zum zweiten Male, fasste irgend etwas und zog es heraus. Doch begann er sofort laut zu schreien und warf sich seitlings auf die Erde. So schreiend und sich windend, starb der Wolf. Der Fuchs freute sich, dass seine List Erfolg gehabt hat. Das Fleisch des Wolfes reichte für den Fuchs allein eine Weile aus.

Schließlich kam der Frühling, und dem Fuchs wurde es in der Grube langweilig. Er überlegte, wie er aus der Grube heraus könnte. Eines Tages sah er eine Drossel über seine Grube fliegen. Der Fuchs rief laut: „Hei, Drossel, komm hierher, ich möchte ein wenig mit dir reden.“ Die Drossel flog hin und setzte sich an den Rand der Grube. „Hör zu, Drossel, was ich dir sage: Wenn du mir nicht hierher in die Grube so viel Schutt bringst, dass ich heraus kann, fresse ich dich und deine Kinder auf!“ Die Drossel versprach es zu tun und brachte so viel Schutt, dass die Grube gefüllt war. Nun sagte der Fuchs zur Drossel: „Wenn du mir nicht so viel Gutes tust, dass ich einen Bauch voll Brei zu essen bekomme, fresse ich dich und deine Jungen auf!“ Die Drossel war wieder in Not; woher sollte sie so viel Brei heranschaffen? Plötzlich sah die Drossel eine Frau mit einem Pferdegespann kommen, und hinten auf dem Wagen stand eine Schüssel voll Brei. Diese Frau ging zu einer Wöchnerin und brachte ihr das Wochensüppchen. Die Drossel flog dem Pferd auf das Kummet. Die Frau ging vor, um die Drossel vom Kummet zu jagen, die Drossel aber setzte sich auf den Hintern des Pferdes. So hatte die Frau mit dem Verjagen der Drossel zu tun, und sie bemerkte gar nicht, wie der Fuchs die Breischüssel vom Wagen nahm. Doch der Fuchs verlangte wieder: „Wenn du mir nicht so viel Gutes tust, dass ich einen Bauch voll Fische zu essen bekomme, fresse ich dich und deine Jungen auf!“ Was blieb der Drossel anderes übrig, als zu gehen und zu suchen, woher sie für den Fuchs Fische bekäme.

Da sah sie einen Fischer: Die Drossel flog auf das Kummet des Pferdes. Der Fischer begann mit der Peitsche nach der Drossel zu schlagen, die Drossel aber flog auf den Hintern des Pferdes. So war der Fischer mit der Drossel in Not, der Fuchs aber warf die Fische vom Wagen hinunter. Als der Fuchs genug Fische hinuntergeworfen hatte, hörte auch die Drossel mit dem Umherfliegen auf. So bekam der Fuchs genug Fische zu essen
Jetzt aber wollte der Fuchs auch noch lachen und sagte zur Drossel: „Wenn du mir nicht so viel Gutes tust, dass ich genug zum Lachen bekomme, fresse ich dich und deine Jungen auf!“

Die Drossel begann sich wieder umzusehen, wie sie dem Fuchs etwas zum Lachen beschaffen könnte. Sie fand eine Tenne, wo die Frauen am Dreschen waren. Da ging sie und rief den Fuchs, zum Schauen mitzukommen. Der Fuchs blieb an der Ecke stehen, die Drossel aber flog vom Kopf der einen Frau auf den Kopf der anderen. Die Frauen wurden
wütend über das Herumfliegen der Drossel und begannen sie mit dem Dreschflegel zu jagen. Die Drossel flog auf den Kopf der einen Frau. Die andere Frau holte mit dem Dreschflegel aus und schlug die erste Frau zu Boden. Der Fuchs aber lachte so, dass er sich den Bauch halten musste. Das Lachen des Fuchses hörten jedoch die Dorfköter. Die Hunde liefen im Rudel zur Tenne. Der Fuchs sah, dass ein Hunderudel herankam, und begann in Richtung Wald zu laufen. Fast hätten die Hunde den Fuchs erwischt, doch zum Glück war am Waldrand eine Höhle, und der Fuchs lief da hinein.

Nun begann der Fuchs seine Augen zu fragen. „Augen, was habt ihr getan?“ „Wir schauten, wie wir am besten in den Wald kommen.“ „Und ihr Beine, was habt ihr getan?“ „Wir schauten, wie wir am schnellsten laufen konnten, damit uns die Hunde nicht nachkämen.“ „Ohren, was habt ihr getan?“ „Wir horchten, wie weit die Dorfköter waren, damit sie nicht nachkämen!“ „Aber du, Schwanz, was hast du getan?“ „Ich griff nach einem Stein, griff nach einem anderen Stein, damit der Fuchs nicht so schnell laufen konnte und die Hunde ihn erreichten.“

Nun wurde der Fuchs auf den Schwanz sehr böse und jagte den Schwanz aus der Höhle hinaus. „Hunde, nehmt den Schwanz! Hunde, nehmt den Schwanz!“ Die Hunde griffen auch nach dem Schwanz und zogen an ihm den Fuchs heraus. Nun nahmen sich die Hunde den Fuchs vor. Sie zerrissen ihn in viele Stücke, so dass von ihm nichts übrigblieb. So fand der Fuchs zusammen mit dem Schwanz sein Ende; er dachte wohl, dass die Hunde nur den Schwanz nehmen würden, doch die Hunde ergriffen auch den Fuchs dazu. So fanden alle Kriegsflüchtlinge den Tod.

 

 
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