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Einst wohnte im Viehhof ein Bäcker und Mehlhändler. Der betrog die Leute auf alle mögliche Art beim Kornmessen. Er wurde bald reich und legte große Speicher an, die bis an die heutige Bismarckstraße reichten [um 1920]. Doch lange konnte er sich nicht seines Reichtums erfreuen. Er starb, und auf das Sterben folgte die Strafe. Zur Zeit des Vollmondes läuft er noch heute über die Speicher, die er gebaut hat. Zur Fürstenzeit wohnte auch neben dem Linxweiler Tor der fürstliche Kornmesser. Diesem mussten die Bauern den Zehnten an Korn abliefern. Dabei betrog er sie, wie er nur konnte. Er wurde reich und wollte seine Stelle aufgeben. Da starb er plötzlich. Er fand aber keine Ruhe im Grab. Des Nachts, wenn der Vollmond scheint, zieht er schwere Säcke auf den Speicher. Laut knarrend öffnet sich die Falltür und stürzt mit großem Getöse wieder zu. Der Lärm ist in dieser Zeit so groß, dass die Leute, die in dem Hause wohnen, nicht schlafen können.
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