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In Visp lebte vor 1222 auf der Hübschburg bei der Burgerkirche die Gräfin Blandrati. In dem Turm ihrer Burg hing eine Glocke aus lauter Silber. So weit ihr heller Schall ertönte, mussten die Bewohner der Umgebung einen Tribut entrichten. Die Bewohner von Eggen, eine halbe Stunde oberhalb Eggerberg, waren verpflichtet, jährlich an St. Martini eine schwarze Kuh mit roten Ohren oder eine rote Kuh mit schwarzen Ohren nach Visp in die Hübschburg abzuliefern. Das gab nun alle Jahr ein peinliches Suchen, und zuletzt war eine solche Kuh gar nicht mehr aufzubringen. Die Gräfin aber bestand auf ihrem vermeintlichen Rechte. Das verdross die Eggener, und sie beschlossen, ihre Häuser niederzureissen und sie hinter der Ecke weit hinten gegen das Baltschiedertal wieder aufzubauen. Dort, abgeschieden von der Welt, wurde das silberne Glöcklein nicht mehr gehört, ja nicht einmal die große Glocke von Visp mehr. Die Gräfin mochte nun die Silberglocke läuten so lange sie wollte, keine Kuh wanderte mehr von Eggen in die Hübschburg.
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