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Auf der Hollenburg lebte zu Raubritters Zeiten ein Vogt, der überall als ein habgieriger, falscher und hinterlistiger Mensch verschrieen war. Jeden schönen Hof, der ihm in die Augen stach, wollte er auf rechte oder unrechte Weise für sich erwerben. Und er ruhte nicht eher, bis er sein gestecktes Ziel erreicht hatte.
Im Loibltal, mitten in den Bergen, stand der schöne Teppihof. Missgünstig schielte das neidische Auge des Burgvogtes auf dieses stattliche Gut. Heimlich schlich er oftmals in der Nacht um den Hof, und je mehr er ihn von allen Seiten betrachtete, desto besser gefiel er ihm und um so mehr verlangte seine Habgier danach.
„Der Teppihof muss mein werden“, sprach eines Tages der Burgvogt fest und bestimmt. Und darum hatte er geheime Zusammenkünfte mit dem Teppibauern. Das merkten auch die Nachbarn und wussten allerlei Böses über den schlauen Rotfuchs. Sie fürchteten, der Teppibauer werde eines Tages bettelarm von seinem Hofe fortziehen müssen. „Beim Geiz und Neid sitzt der Satan“, so behauptete schon der Mesner in Unterloibl, und der hatte immer recht. Der Burgvogt trieb den Bauern immer mehr in die Enge. Und wirklich, was die Nachbarn fürchteten, trat jetzt ein: Eines Tages saß der Vogt auf dem Hof des reichen Teppibauern. Der betrogene Teppi aber musste bei seinen Freunden notdürftig sein Leben fristen. „Das ist nicht mit rechten Dingen zugegangen“, erbosten sich die Leute. Die böse Tat aber rächte sich von selbst. Der Vogt war geizig und gönnte keinem Armen eine Gabe, er jagte sie von seiner Türe. Und doch zerfloss ihm der Reichtum wie das Wasser aus einem löchrigen Krug. Die herrlichen Felder und Wiesen erstarben, das schöne Vieh im Stall erkrankte und ging ein. Der schöne Hof verfiel immer mehr, so dass man ihn schier nicht mehr erkannte. Geiz, Neid und der Wurm des schlechten Gewissens nagten an der Gesundheit des Vogtes. Er siechte, und in kurzer Zeit starb er.
Man senkte den Toten ins Grab. Doch kaum war die Sonne untergegangen, da fuhr und tobte es mit Höllenspektakel hinein in Haus und Hof und Felder, man sagte, es sei der Geist des Burgvogtes. Und die Stellen, wo der Unstete seine Hand und seinen Fuß hinsetzte, verbrannten und verkohlten. Türstöcke, Kästen und Fußböden waren, als hätte loderndes Feuer seine Zeichen hineingebrannt. Der Geist reiste überall umher, riss Pflug und Egge hervor, spannte Pferde vor den Wagen und jagte mit ihnen hinaus aufs Feld und auf die Wiese. Halbreife Kartoffeln und grüne Maiskolben brach er von den Stengeln. Das Heu fasste er in große Bündel und warf es in die Scheune, dann holte er wieder alles hervor und trug es aufs Feld. Dabei seufzte und klagte er, als erdrücke ihn die Arbeit. Wegen des schweren Unrechts, das er im Leben verübt, fand er nach dem Tod keine Ruhe. Wenn dann der Morgen kam, war aller Spuk zu Ende.
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