Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf
Einst ging ein Jäger in den Wald, um zu jagen. Beim Herumstreifen im Walde fand er einen Wolfsbau mit vier kleinen Welpen darin. Der Jäger wollte die Welpen nicht erschlagen, denn sie waren noch sehr klein. Er steckte ihnen aber kleine Stecknadeln in die Pfoten, damit sie, wenn sie aufwuchsen, ihm nicht davonliefen und er sie leicht erwischen konnte. Daraufhin ging der Jäger seines Weges. Die kleinen Welpen aber blieben vor Schmerzen jammernd im Bau zurück.
Als die Wölfin kam, klagten die Welpen ihrer Mutter, was der Jäger ihnen angetan hatte. Die Wölfin versuchte wohl, die kleinen glänzenden Stecknadeln aus den Pfoten der Kinder herauszuziehen, doch es gelang ihr nicht. Schließlich kam der Wolfsmutter ein guter Gedanke. Und sie ging an den Waldesrand, wo ein Kätner allein Heu machte. Die Wölfin begann diesen Kätner an den Rockschößen zum Walde zu ziehen. Der Mann erschrak über solch plötzliches Zusammentreffen mit einem Wolf und wollte ihn mit der Sense schlagen, doch der Wolf schaute den Mann an und begann mit dem Schwanz zu wedeln. Da der Wolf ihm nichts tat, getraute sich der Mann auch nicht, mit der Sense zuzuschlagen, sondern wartete ab, was der Wolf mit ihm im Sinn hatte. Daraufhin begann der Wolf wieder, den Mann an den Rockschößen in den Wald zu ziehen. Der Mann begriff, dass der Wolf mit ihm nichts Böses im Sinn hatte, und ging mit dem Wolf in den Wald. Im Walde führte der Wolf den Mann bis zu seinem Bau, wo seine Jungen immer noch vor Schmerz stöhnten. Als der Mann die Welpen sah, erschrak er wieder, denn er dachte, dass der Wolf ihn hierhergelockt hatte, um ihn jetzt seinen Jungen zum Fraß zu geben. Doch da hob die Wölfin die Pfote eines Jungen und zeigte sie dem Mann. Der Mann sah in der Pfote blinkende Stecknadelköpfe und begriff, dass er sie herausziehen sollte. Er zog also die Stecknadeln aus den Pfoten des Welpen heraus, dann ebenso bei dem zweiten und dem dritten Welpen, bis sie bei allen herausgezogen waren. Nachdem der Mann die Arbeit vollbracht hatte, leckte die Wölfin vor Freude die Hand des Mannes, und die Welpen wedelten zum Dank mit ihren Schwänzchen. Da der Mann dort nichts mehr zu tun hatte, kehrte er wieder zu seiner Arbeit zurück.
Als der Mann am nächsten Tage wieder am Waldesrand mähte, sah er den Wolf kommen, dessen Welpen er gestern die Stecknadeln aus den Pfoten gezogen hatte. Der Wolf kam zu dem Mann, Iegte vor ihm ein großes fettes Schaf nieder und ging wieder in den Wald zurück. Der Mann schlachtete das Schaf und machte sich einen schönen Braten. So entgalt der Wolf dem Mann seine Mühe.
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