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Pfennigfuchserei ist eine übertriebene Sparsamkeit im Interesse von Hab und Gut.
Noch ehe der Monat um ist, kommt der Pfennigfuchser etwa zu einem Schuldner ins Haus gelaufen, um ihn an einen halben Obolos zu mahnen.
Bei einer Mahlzeit mit Freunden rechnet er nach, wieviel Gläser jeder getrunken hat. Der Artemis weiht er von allen Teilnehmern die geringste Spende.
Hat man auch noch so billig eingekauft und rechnet mit ihm ab, so behauptet er, alles sei viel zu teuer.
Wenn ein Sklave einen Topf oder eine Schüssel zerbrochen hat, so zieht er es von seiner Kost ab. Hat seine Frau einen Dreier verloren, so bringt er es fertig und rückt Geräte, Betten, Schränke von ihren Plätzen und durchsucht noch die Dielenfugen.
Wenn er etwas zu verkaufen hat, dann berechnet er seinen Preis so, dass der Käufer ja nichts daran verdient.
Niemanden lässt er eine Feige aus seinem Garten kosten oder über sein Feld gehen oder eine abgefallene Olive oder Dattel aufheben.
Täglich kontrolliert er, ob die Grenzsteine noch an derselben Stelle stehen.
Ein versäumter Schuldtermin genügt ihm, um den Schuldner pfänden zu lassen und Zinseszinsen zu verlangen.
Wenn er Kameraden bewirtet, schneidet er das Fleisch in kleine Stücke, ehe er es auftragen lässt.
Geht er einkaufen, so kehrt er nach Hause zurück, ohne etwas mitgebracht zu haben.
Seiner Frau verbietet er, Salz, Dochte, Kümmel, Gewürzkraut, Opfermehl und -kränze oder Räucherwerk auszuleihen. "Auch diese Kleinigkeiten", sagt er, "machen im Jahre eine erkleckliche Summe."
Überhaupt kann man beobachten, wie bei Pfennigfuchsern das Geldtäschchen verschimmelt und die Schlüssel verrosten. Sie tragen Mäntel, die nicht bis zu den Knien reichen; sie salben sich aus winzig kleinen Ölfläschchen; sie lassen sich die Haare bis auf die Haut abschneiden; Schuhe ziehen sie erst gegen Mittag an, und dem Walker tragen sie nachdrücklich auf, die Kreide möglichst dick aufzulegen, damit der Mantel nicht so schnell schmutzig wird.
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