Suche nach Schlagwort : kurze Geschichte, Sage, Rätzligletscher, Märchen und Sagen, Mythos, Legende
Ein reicher Geizhals zu Wiesloch, der in einem Hungerjahr eine Menge Frucht hatte, trieb damit solchen Wucher, dass er häufig einen Laib Brot mit einem Acker oder einer Wiese sich bezahlen ließ. Von den Armen wurde deshalb die Verwünschung ausgesprochen, dass er im Grabe keine Ruhe haben möge. Als man seinen Leichnam aus dem Hause trug, schaute er leibhaftig zu einem der oberen Fenster heraus, worauf, statt des angefangenen Liedes, das „Verfluchter Geist“ gesungen wurde. Unterwegs setzte sich ein schwarzer Vogel auf den Sarg, und als dieser im Grab war, fiel dasselbe zusammen. In seinem Schlafrock, schwarzen kurzen Hosen, weißen Strümpfen und Schuhen mit Schnallen spukte der Geizhals im Haus umher und ängstigte dessen Bewohner so sehr, dass sie es alle verließen. Nachdem dasselbe längere Zeit leer gestanden, ließ der Eigentümer durch einen Juden den Geist bannen und in einem Winkel des Kellers einmauern, worin er noch jetzt ist und zu gewissen Zeiten sich hören lässt.
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