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Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf


Der Fuchs bemalt den Pelz des Wolfes Drucken E-Mail
Fabel aus Estland


Der Fuchs bemalt den Pelz des Wolfes

   
 

In alten Zeiten, als der Wolf und der Fuchs noch Freunde waren und Vögel und Menschen eine gemeinsame Sprache sprachen und auch gleiche Laute von sich gaben, ereignete sich eine Geschichte, die viel Lachen und Spaß hervorrief und bis in unsere Zeit gelangt ist. Der Wolf und der Fuchs waren damals noch Freunde, und es gab keine Feindschaft zwischen ihnen. Aber wer ist schon Freund eines Schelms, und wen hält der Schelm für seinen Freund?

Da geschah einst zu Martini eine feine Geschichte, die den Rock des Wolfes für Lebzeiten verdarb und den Wolf mit dem Fuchs auf ewige Zeiten verfeindete. Am Martinstag hatte Reineke einen schönen Pelz an, den er sich gerade beim Ülenurme - Onkel hatte nähen lassen, der Wolf aber trug nur sein altes lehmfarbenes graues Wams. Am Waldesrand traf der Fuchs in seinem neuen Pelz den Wolf. Der Wolf grüßte den Fuchs und fragte ihn sogleich: „Oh, Reineke- Bruder! Woher hast du diesen schönen Pelz?“ Der Fuchs wich aus und wand sich, wie es so Spitzbubenart ist. Doch der Wolf bedrängte den Fuchs und sagte: „Höre, Brüderchen, bester Freund, sei ein Mann und sage mir, woher du ihn hast, ich werde hingehen und mir auch einen holen.“ Der Fuchs legte den Kopf schief, dachte etwas nach und sagte schließlich: „Ja-a, Herr des Waldes, wenn du auch einen so schönen Pelz haben willst, 'dann musst du mitkommen, ich werde dir ebenfalls einen so schönen Pelz anfertigen. Ich habe jetzt Schneider gelernt; ich war den ganzen Sommer in Tuusla.“

Der Fuchs brachte den Wolf in den Wald zu einem großen breiten Heuschober. Die Feuerstelle der Hirten war aber in der Nähe dieses Schobers; dort hatten die Hirten am Tage Feuer angemacht, und der Feuerbrand war gerade entfacht. Der Fuchs sagte zum Wolf: „Klettere jetzt auf diesen Heuschober und schau die ganze Zeit hinauf zum Himmel, solange ich unten hexe. Aber pass auf, dass du nicht eher nach unten schaust, als ich es dir sage; dafür sollst du auch einen schönen Pelz bekommen. Aber yergiss nicht, du darfst nicht hinunterschauen, sonst verdirbst du sofort die Streifen und die Farbe.“

Der Wolf kletterte auf den Heuschober, setzte sich hin und schaute starr zum Himmel hinauf; Soll doch der Fuchs einen neuen Pelz zusammenzaubern. Der Fuchs lief zum Hirtenfeuer, nahm einen Feuerbrand und kroch unter den Heuschober, murmelte, rannte um den Schober herum und steckte ihn rundum an. Der Rauch stieg dem Wolf in die Nase, und er rief; „Was tust du da, steckst du den Heuschober an?“ Der Fuchs sagte: „Sei still, sei still, die Streifen erscheinen schon, die Streifen erscheinen, so machen wir das Muster.“

Das Feuer aber kroch an den Seiten des Schobers hoch und begann bald das Fell des Wolfes zu erhitzen. Nun hatte der Wolf keine Zeit mehr, weder für das Erscheinen der Streifen noch für etwas anderes.
Der Wolf rief: „O du Bösewicht, willst du mich etwa verbrennen! Ich werde dich zerfleischen!“ Der Wolf lief immer hin und her, konnte aber vom Haufen nicht mehr hinunter, auf allen Seiten loderte das Feuer. Endlich lief Brüderchen Wolf durch das Feuer und sprang vom Schober hinunter, verbrannte jedoch seine Beine und versengte sich den Pelz. Der Fuchs aber war längst im Dickicht verschwunden, fange du einen Fuchs!

Ein anderes Mal kam der Wolf wieder mit dem Fuchs zusammen und sagte: „Wie hast du Bösewicht mich betrogen, du wolltest mich wohl verbrennen? Sieh dir an, Schelm, wie mein Pelz jetzt versengt ist!“ „Ich wollte es ja nicht, Brüderchen“erwiderte Reineke, „aber warum hast du vor der Zeit Lärm geschlagen. Dir wäre nichts passiert, die Streifen erschienen gerade, na und da fingst du an zu schreien, und meine Zauberkraft war gleich hin, es half kein Besprechen mehr noch sonst was. So hast du selbst deinen Pelz verdorben. Ich hatte dir doch gesagt: 'Sei still, schau nach oben', du aber hörtest nicht!“ Und sprang in den Wald, versuch ihn zu fangen!
So behielt der Fuchs recht. Suche bei einem Schelm Schutz oder bei einem Dieb Obdach, so verlierst du auch das, was du vorher hattest! Seit der Zeit mag der Wolf den Fuchs nicht, ja er hasst ihn.

 
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