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Schon manchen haben einige bei dem Tode eines Menschen wohl angewandte Minuten wohlhabend gemacht. Die Erben sind oft nicht gleich bei der Hand, und wer sich nicht fürchtet, aus dem noch nicht erkalteten Hosensack die Schlüssel zu nehmen, kann bis zu ihrer Ankunft viel auf die Seite schaffen. Fatal ist's, wenn der Verstorbene so plötzlich von hinnen gerufen wird, dass er für die, welche zunächst um ihn sind, nicht testamentlich sorgen konnte, und das geschieht oft; denn solche Leute testamentieren nicht gern, sie hoffen noch der Tage viel.
Aber auch da wussten sich schlaue Leute einmal wohl zu helfen. Sie schleppten den Gestorbenen in eine Rumpelkammer, und in das noch nicht erkaltete Bett legten sie einen vertrauten Knecht, setzten ihm die Nachtkappe des Gestorbenen auf und liefen nach Schreiber und Zeugen. Schreiber und Zeugen setzten sich an den Tisch am Fenster, rüsteten das Schreibzeug und probierten, ob guter Wein in den weißen Kannen sei. Unterdessen ächzet und stöhnt es im dunkeln Hintergrunde hinter dem dicken Umhang, und eine schwache Stimme fragt, ob der Schreiber nicht bald fertig sei - es geht nicht mehr lange mit ihm. Der Schreiber nimmt hastig das Glas vom Munde und dagegen die Feder und lässt diese flüchtig übers Papier gleiten, aber immer halblinks schauend, wo das Glas steht.
Da diktiert, leise hüstelnd, die Stimme hinter dem Umhang das Testament, und der Schreiber schreibt, und freudig hören die Anwesenden, wie sie Erben würden von vielem Gut und Geld. Aber blasser Schrecken fährt über ihre Gesichter, und faustdicke Flüche quellen ihnen im Halse, als die Stimme spricht: „Meinem getreuen Knecht aber, der mir so viele Jahre treu gedient hat, vermache ich achttausend Pfund.“ Der Schalk im Bette hatte sich selbst nicht vergessen und bestimmte sich selbst seinen Lohn für die gut gespielte Rolle.
Er war aber noch bescheiden; er hätte sich gut zum Haupterben machen können, und was hätten die andern sagen sollen?
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