Gedikur

Syndicate
GediKur Login
Benutzername   Passwort
  Angemeldet bleiben    Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
  Registrieren

ALLE |0-9 |A |B |C |D |E |F |G |H |I |J |K |L |M |N |O |P |Q |R |S |T |U |V |W |X |Y |Z

Artikelsuche Maerchen und Sagen Sagen Mythen und Legenden

Suche nach Schlagwort : kurze Geschichte, Sage, Rätzligletscher, Märchen und Sagen, Mythos, Legende


Das Lochgefängnis Drucken E-Mail
Maerchen und Sagen - Sage Mythos und Legende

Das Lochgefängnis


Wie die Furcht vor der Folter oft die vor dem Tode und der öffentlichen Hinrichtung überwog, beweist eine der vielen Malefizgeschichten*, die im Lochgefängnis beginnen und auf dem Rabenstein enden. So wurde am 8. August 1716 eine Exekution hier ausgeführt, die in der Geschichte des Kriminalrechts vielleicht einzig dastehen dürfte. Eine Nürnberger Bürgerstochter, Maria Eleonora Schönin, die als eine übelbeleumdete Person im Lochgefängnis lag, klagte sich selbst des Kindsmordes und ihre Mitgefangene Dorothea Härlin, ein Soldatenweib aus Nördlingen, als ihre Gehilfin an, was letztere zwar anfänglich in Abrede stellte, als man ihr aber mit der Folter drohte, zugestand. Da nach der Ansicht der Richter nunmehr kein Zweifel an der Schuld der beiden Unglücklichen bestehen konnte, wurde der Stab über sie gebrochen, und die traurige Prozession nach dem Rabenstein vor dem Frauentor setzte sich in Bewegung. Als aber die Schönin bereits auf dem Armensünderstuhl saß, brach sie gegen den sie tröstenden Geistlichen unter strömenden Tränen in die Worte aus: „Ich habe kein Kind umgebracht und bin auch nie Mutter eines solchen gewesen, drum kann ich nicht sterben, ohne wegen der großen Sünde, so ich mit solchem falschen Vorgeben begangen, Absolution erhalten zu haben.“

Der Geistliche machte dem die Exekution befehligenden Stadtrichter sogleich Anzeige von dem Vorfall, und dieser beauftragte ihn, die am Fuße des Schafotts auf ihre Strafe wartende Härlin zu befragen. Das Volk, das die Worte der Schönin gehört hatte, drängte herbei und vernahm auch das Geständnis der Härlin, dass die Schönin sich nur aus Lebensüberdruss des Verbrechens des Kindsmordes angeklagt und dass sie, die Härlin, weil man ihr alles, was sie gesagt habe, nicht glaubte, aus Furcht vor den Schmerzen der Folter ebenfalls aus Überdruss an ihrem qualvollen Leben alles nachgesprochen habe, was ihr die Schönin vorgesagt.

Während des Vollzugs einer Exekution blieb der Rat stets in pleno im Sitzungssaal zusammen. Man sandte sogleich einen Einspänniger (reitenden Stadtsoldaten) an denselben, um den eigentümlichen Vorfall anzuzeigen und Befehl zu erholen, was unter solchen Umständen geschehen soll. Die Herren entschlossen sich kurz, der Einspännige kehrte mit der Order, die Exekution zu vollenden, an die Richtstätte zurück, und die beiden Frauen verbluteten unter dem Schwerte des Scharfrichters für ein Verbrechen, das nicht existierte.









Kurzgeschichte
Eine Volkssage aus Bayern

 

Malefiz

Kommentare
Neuer Kommentar Suche RSS
+/-
Kommentar schreiben
*Name:
Email:
 
Titel:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
 
*= Pflicht / Bitte geben Sie die Zeichenkette (Antispam-Code) ein!

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
< zurück   weiter >


Zitat

News Feed

tagesschau.de - Die Nachrichten der ARD
tagesschau.de

Nach US-Steuerreform: Apple stellt 20.000 neue Mitarbeiter ein
Apple hat als Reaktion auf die US-Steuerreform milliardenschwere Investitionen im Heimatland angekündigt. Der Konzern will neben Cupertino einen zweiten Standort aufbauen und 20.000 Mitarbeiter einstellen.

Ausgebremst beim Surfen - für viele Alltag
Nur noch kurz die Mails checken - das können viel Internetnutzer nur, wenn sie Geduld aufbringen. Der Grund: langsames Internet - bei fast drei von zehn von der Bundesnetzagentur überprüften Nutzern.

Strafsteuer in Ungarn: Wer Flüchtlingen hilft, muss zahlen
Mit einer Strafsteuer für NGOs verschärft Ungarn seine Flüchtlingspolitik erneut. Für Aufregung sorgt zugleich ein Bericht, das Land habe heimlich Migranten aufgenommen. Von Clemens Verenkotte.

Treffen von Merkel und Kurz: Ein bisschen Einigkeit
Die EU-Außengrenzen stärken, illegale Migration reduzieren - darin haben sich Bundeskanzlerin Merkel und der österreichische Kanzler Kurz nach ihrem Treffen einig gezeigt. Bei der Frage der Umverteilung von Flüchtlingen in Europa wurden jedoch erneut Gegensätze deutlich.

Bundesanwaltschaft fordert lange Haft für "Gruppe Freital"
Im Prozess um die rechtsextreme "Gruppe Freital" hat die Bundesanwaltschaft den Angeklagten versuchten Mord und die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sie forderte lange Haftstrafen.

Wer redet mit - und warum? Stimmen vor GroKo-Beschluss
Laut und giftig, provokativ und profilsuchend oder nachdenklich und abwartend - vor dem GroKo-Beschluss der SPD reden viele mit. Das ist nicht immer sinnvoll. Wer mischt mit - und warum? Ein unvollständiger Überblick. Von Wenke Börnsen.

Rekord bei Geldvermögen: Deutsche werden immer reicher
Die privaten Haushalte in Deutschland sind so vermögend wie nie zuvor. In der Summe horteten sie zuletzt fast 5,8 Billionen Euro. Das meiste Geld liegt auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Wer Aktien besaß, konnte sich über kräftige Kursgewinne freuen.

Streit um Feinstaub: Eine Frist für Hendricks
Schon lange macht die EU-Kommission wegen der hohen Feinstaubbelastung in Deutschland Druck - nun scheint der Geduldsfaden zu reißen. Umweltministerin Hendricks soll Ende Januar in Brüssel Stellung beziehen - wohl die letzte Chance, um eine Klage zu verhindern. Von Ralph Sina.


raduga | joomlaportal

nach oben