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Wandert man von Terrutz ins Sverningtal, so erblickt man beim Eingange auf einer mäßigen Anhöhe eine Kapelle, die freundlich aus dem dunklen Nadelforste hervorlugt. An ihrer Stelle stand vor Jahren die Burg Neidegg. Ihres Besitzes erfreute sich das Geschlecht der Neidegger. Der letzte Spross desselben wurde zum Schrecken der Bauern. Nicht nur, dass er sie durch hohe Abgaben bedrückte und sie hart arbeiten ließ, so quälte er sie noch auf andere Weise. In seinem Übermut ließ er tagtäglich von den leibeigenen Bauern Wasser zur Burghöhe emportragen, und wie sie oben angelangt waren, gebot er, das Spundloch der Fässer zu öffnen und das Wasser auf die andere Seite des Berges zu schütten. Dieses frevle Spiel sollte nicht ungestraft bleiben. Als der Schlossherr eines Tages die Bauern wieder mit den Eimern ins Tal geschickt hatte und diese eben im Begriffe waren, die gefüllten Gefäße den Berg hinaufzurollen, da ging ein schreckliches Unwetter über die Höhe hernieder, und dabei versank das Schloss in die Tiefe. Noch lange danach trieb der Geist des Frevlers auf der Höhe sein Unwesen. Erst seit dem Bestand der Kapelle soll der Spuk ein Ende gefunden haben.
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