Gedikur

Syndicate
GediKur Login
Benutzername   Passwort
  Angemeldet bleiben    Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
  Registrieren

ALLE |0-9 |A |B |C |D |E |F |G |H |I |J |K |L |M |N |O |P |Q |R |S |T |U |V |W |X |Y |Z

Artikelsuche Maerchen und Sagen Tiermärchen Fabeln

Suche nach Schlagwort : Fabel, Literatur, für Kinder, Märchen, kurze Geschichte, Wolf


Bist du ein Mann Drucken E-Mail
Fabeln und Tiermärchen


Bist du ein Mann?

   
 

Einem Wolf wurde befohlen, den zu fressen, der ihm auf dem Wege entgegenkommt und ein Mann ist.
Der Wolf ging den Weg entlang, und ein kleiner Junge kam ihm entgegen. Er fragte den Jungen: „Bist du ein Mann?“ „Ich bin keiner“, antwortete der Junge, „ich bin nur der Anfang
eines Mannes.“ Der Wolf ging weiter. Nach einiger Zeit begegnete ihm ein altes Männlein, das an einem Stock ging. „Bist du ein Mann?“ fragte der Wolf den Alten. „Nein, ich bin keiner. Ich bin nur das Ende eines Mannes“, antwortete der Alte.

Dann kam ihm ein dritter entgegen, das war ein kräftiger Mann. Auch ihn fragte der Wolf: „Bist du ein Mann?“ „Ja, ich bin ein Mann“, antwortete der. „Mir wurde befohlen, dich zu fressen“, sagte jetzt der Wolf. „Du kannst mich nicht eher fressen, als bis ich aus dem Walde einen Messstab geholt und nachgeprüft habe, ob ich auch in deinen Bauch hineinpasse.“ Der Wolf war damit zufrieden. Der Mann ging in den Wald, holte von dort einen guten festen Knüppel und wollte damit den Bauch des Wolfes messen. Zuerst trat er vor die Nase des Wolfes, begann seine Schnauze zu streicheln und sagte: „Oh, das schöne Schnäuzchen, das mich fressen wird!“ Dieses Lob schmeckte dem Wolf, er machte ein freundliches Gesicht und sagte „Jamm!“ Dann schaute der Mann ihm in die Augen, streichelte sie und sagte: „Oh, diese hübschen Äuglein, die auf mich schauen, wenn ich gefressen werde!“ Auch das gefiel dem Wolf, und er rief „Jamm!“ Jetzt ging der Mann zum Bauch des Wolfes, streichelte ihn und sagte: „Oh, dieses hübsche Bäuchlein, wo ich drin sein werde!“ Der Wolf wurde ganz froh und rief wieder „Jamm!“ Schließlich trat der Mann an das Hinterteil des Wolfes und sagte auch hier: „Oh, das hübsche Hinterteilehen, das mich wieder herauslassen wird!“ Der Wolf entgegnete wieder „Jamm!“ Jetzt packte der Mann den Wolf fest am Schwanz und begann ihn mit dem Knüppel zu messen, das heißt zu prügeln, und rief selbst dabei immer „Jamm, jamm, jamm!“ Der Wolf aber schrie fortwährend „Au – wau - wau! Au – wau – wau!“ So knüppelte der Mann den alten Isegrim, bis ihm das Fell von beiden Seiten heruntergeklopft war und andere Wölfe ihm auf sein jämmerliches Geheul zu Hilfe kamen. Da hörte der Mann mit dem Fellgerben auf und kletterte auf eine Fichte, denn sonst hätte er dem Wolf seine eigene Haut an Stelle des Felles geben müssen.

Als der kranke Bruder den anderen seine Not geklagt hatte, schauten sie zur Fichte hinauf, aber sie konnten den Mann auf keine Weise erreichen. „Eine große und hohe Fichte, man kommt auf keine Art heran“, sagten sie zueinander. Schließlich versuchten sie einen Weg zu finden und kletterten aufeinander, um so dem Manne näher zu kommen. Der nacktgedroschene Wolf war mit einigen anderen ganz unten, und die übrigen kletterten auf deren Nacken. Und immer so weiter, als wäre es verabredet. Als der Mann auch den nackten Wolf unter den anderen bemerkte, rief er von der Fichte herab: „He – he, du Nackter, du bist ja auch noch hier?“ Als der Nackte das hörte, erinnerte er sich an das Gerben seines Felles, machte sich aus dem Staube und suchte sich mit heiler Haut - so heil wie sie noch war - zu retten. Die anderen Wölfe liefen hinterher, und der Mann war vor ihnen gerettet, kam von der Fichte herunter und gab den Füßen zu wissen, wo der Weg nach Hause führt.



 
Kommentare
Neuer Kommentar Suche RSS
+/-
Kommentar schreiben
*Name:
Email:
 
Titel:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
 
*= Pflicht / Bitte geben Sie die Zeichenkette (Antispam-Code) ein!

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
< zurück


Zitat

News Feed

tagesschau.de - Die Nachrichten der ARD
tagesschau.de

Bedrohen Social Bots die Demokratie?
In der Debatte über versuchte Manipulationen rund um den UN-Migrationspakt warnt Justizministerin Barley vor Social Bots. Diese bedrohten die Demokratie. Doch sind wirklich Bots das Problem? Von Patrick Gensing.

In verzweifelter Mission - May will Brexit-Vertrag retten
Den Haag, Berlin, Brüssel - die britische Premierministerin ist auf Last-Minute-Tour durch den Kontinent. Ihre Mission: den Brexit-Vertrag nachverhandeln. Ihre Erfolgschancen: äußerst gering. Verbündete: keine

Opposition diskutiert über Misstrauensantrag gegen May
Ob Labour oder Liberaldemokraten: viele in der britischen Politik diskutieren über ein Misstrauensvotum gegen Premier May. Die Frage ist inzwischen weniger "ob", sondern "wann". Anne Demmer über die Stimmung in London.

Kommentar zum Brexit: Erpressung durch Chaos? No way!
Die Regierungschefin in London heißt May, tatsächlich regiert dort aber das Chaos, meint Stephan Ueberbach. May mag hoffen, dass sie die EU genau damit erpressen kann. Doch die Zeit der taktischen Spielchen ist vorbei.

Schulze in Kattowitz: Mehr Geld und etwas Selbstkritik
Deutschland wird seine Klimaziele verfehlen - und bekam dafür in Kattowitz den Negativpreis "Fossil des Tages" verliehen. Auf tagesschau24 verspricht Umweltministerin Schulze Besserung - und mehr Geld für Klimaschutz.

Spahn will Online-Apotheken doch nicht verbieten
Bundesgesundheitsminister Spahn verzichtet auf ein Verbot des Online-Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Dies sei europarechtlich unsicher. Stattdessen will er deutsche Apotheken fördern.

Abstimmung über "Gute-Kita-Gesetz" noch in dieser Woche
5,5 Milliarden Euro vom Bund, Beitragsfreiheit für Arme: Die Große Koalition hat sich auf eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung von Kitas geeinigt. Jetzt sollen Bundestag und Bundesrat darüber abstimmen

Nach Akutsprechstunde beim Psychotherapeuten oft keine Therapie
Die Akutsprechstunde beim Psychotherapeuten war 2017 eingeführt worden, um psychisch Kranken besser zu helfen. Eigentlich eine gute Sache. Das Problem: Den ersten Termin beim Arzt gibt's schnell, den zweiten oft gar nicht.


raduga | joomlaportal

nach oben